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Jahr 2019

Erinnerung an bessere Zeiten: 

 

Christophe Arend (Assemblée nationale) in Trier, am 16. Dezember 2019

 

Die Grenzregion – Labor Europas

Französischer Politiker sprach in Trier

Um das Novum eines Parlaments aus zwei Ländern und die gemeinsamen Anstrengungen von Deutschem Bundestag und französischer Nationalversammlung für die Grenzregion ging es am Montagabend in der „Beletage“ des Palais Walderdorff. Eingeladen hatte die Deutsch- Französische Gesellschaft Triers zusammen mit der Europaunion und der Stadt Trier in einen Raum der Volkshochschule, in dem schon Napoleon übernachtet hatte. Mit dieser Geschichte begrüßte DFG-Präsident Joachim Schütze den Ehrengast Christophe Arend. Monsieur Arend führt im französischen Parlament die Freundschaftsgruppe für die Beziehungen zu Deutschland an und ist einer der führenden Köpfe im neu gegründeten deutschfranzösischen Parlament Zweimal jährlich tagen je 50 französische und deutsche Abgeordnete, vielleicht demnächst auch mal in Trier. Arend schilderte humorvoll und lebhaft in bestem Deutsch, wie er und einige Bundestagsabgeordnete in einer Berliner Kneipe die Idee zum Aachener Vertrag (zur 50-Jahrfeier des Elyséevertrags) und zu einem gemeinsamen deutsch-französischen Parlament hatten. Die Rede in Trier sei nach vielen Reden in großen Städten beider Länder seine erste im Grenzgebiet, und er freue sich auf die praktischen Anregungen, die er von hier für seine Arbeit mitnehmen könne. “In dieser konkreten Zusammenarbeit beider Parlamente merkt man erst einmal, wie unterschiedlich Gesetze der Europäischen Union in verschiedenen Ländern mit verschiedenen Sprachen und Traditionen ausgelegt werden können. Eigentlich sollten sie ja für alle Bürger gleich gelten.“ Man ist sich auch bewusst, dass man die Parlamente der anderen Mitgliedsstaaten einbeziehen muss. Besonders wichtig ist die Arbeitsgruppe „GRÜZ“ (Grenzüberschreitende Zusammenarbeit), die sich um Mobilität, Abbau von Sprach- und juristischen Barrieren im Grenzraum kümmert, so der französische Politiker, dem man die Leidenschaft für die Freundschaft der beiden Völker deutlich anmerkte. In Paris vertritt Arend den Wahlkreis Forbach aus dem östlichen Moseldépartement in der Partei des Staatspräsidenten Macron. Von den 500 Millionen EUBürgern leben schließlich 130 Millionen in Grenzregionen. In der anschließenden regen Diskussion mit dem gut gefüllten Saal konnten die Trierer mit etlichen Verbesserungsvorschlägen aus eigener Erfahrung aufwarten. Vorstandsmitglied Wolfgang Steinborn, selbst Vertreter einer deutsch-französischen Familie, hob den Modellcharakter dieser Zusammenarbeit hervor: „Was zwischen weit entfernten EUMitgliedsstaaten klappen soll, muss erst einmal im deutsch-französischen Europalabor ausprobiert worden sein“. Den Abschluss bildete ein “Vin d’honneur“ aus Moselriesling, den sich Christophe Arend und seine Mitarbeiterin Martine Kirchhoff aus Metz gut schmecken ließen. Auf dem Rückweg zum Auto (Bahnfahren war wegen der Streiks in Frankreich nicht möglich) tat es ihm besonders der Trierer Weihnachtsmarkt an. „Hierher komme ich noch vor Weihnachten mit meiner Lebensgefährtin zurück“. Eine französische Schulklasse hatte gerade „O Tannenbaum“ auf Deutsch gesungen. Eine bessere Lehrstunde in grenzüberschreitendem Zusammenleben kann man nicht haben.

 

Unsere Fahrt nach Giverny im Juni 2019

Neujahrsempfang 2019  mit der Generalkonsulin Frankreichs, Mme Pascale Trimbach